Fronleichnamsgottesdienst in der Kampfbahn

Ich bin gelaufen

Auf meinem Weg zur Glückaufkampfbahn hatte ich Gelegenheit darüber nachzudenken, was dieses Jahr anders sein wird an Fronleichnam.

Als ehemalige Messdienerin habe ich schon viele Fronleichnamsprozessionen miterlebt. Ob bei Sonnenschein oder im Regen – und dieses Jahr halt bei Corona. Sonst müssen meine Mutter und ich immer mit dem Auto zur Kirche fahren. Gestern bekam ich nun die Gelegenheit zu laufen und das schöne Wetter (die 3 Regentropfen haben dabei nicht gestört) zu genießen.

Als ich dann auf meinem Platz saß, natürlich mit genug Sicherheitsabstand zu den anderen, musste ich anders als in der Kirche erst einmal das Kreuz suchen. Eigentlich war es direkt vor meiner Nase am Flutlichtmast befestigt.

Natürlich gab es aufgrund der aktuellen Lage Veränderungen im Gottesdienst. Die Musik kam nicht von der Orgel sondern von der Combo St. Antonius. Sie waren auch die einzigen die singen durften. Es gab keine Prozession durch die Straßen, aber eine Messfeier unter freiem Himmel. Es war schön, auch wenn es anders war. Oder war es so schön, weil es eben anders war? Und auch ein Gottesdienst der mal anders ist, ist ein echter Gottesdienst – zumindest empfinde ich das so.

Ich bin gelaufen – jedes Jahr an Fronleichnam, nur dieses Jahr nicht. In seiner Predigt hat Markus Pottbäcker, neuer stellvertretender Pfarrer unserer Pfarrei, mich und uns gefragt, ob es den Menschen unserer Stadt auffällt, dass wir nicht mit einer Prozession da sind. Jedes Jahr ziehen wir durch die Straßen und haben an verschiedenen Stationen Halt gemacht. Dieses Jahr sind wir nicht durch die Straßen gezogen und haben nicht an verschiedenen Stationen Halt gemacht – aber ist das jemanden aufgefallen? Wurden wir vermisst? Haben wir vielleicht etwas vermisst? Ich habe darauf keine abschließende Antwort.

Abschließend kann ich nur sagen, dass es schön war, trotz Corona an einem Feiertag die Möglichkeit zu haben, mit der Gemeinde zu feiern. Es lohnt sich, sich immer wieder auf den Weg zu machen.

Ihre
Carolin Pfitzner (15 Jahre alt aus Schalke-Nord)

PS: Sie sehen mich auf keinem der Fotos, weil ich sie gemacht habe.


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